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TÖRN 103.17 – Position 08.02 – 10.02.2017

Pos.: 17° 17,1916‘ N 62° 43,9162 W
Luft 29 Grad, Wasser 28 Grad.

Wir schreiben den 8.2.2017 16 Uhr (Ortszeit). Wir sind auf Reede! Mit Blick auf Basseterre. Nachdem eines unserer Bereitschaftboote sich eine „Auszeit“ nimmt, warten die Trainees in karibischer Gelassenheit  auf einen Shuttle-Platz für den Landgang. An Backbord-Seite tauchte plötzlich ebenso gelassen eine Schildkröte auf.

Durch das Spalier eines US-amerikanischen Kreuzfahrer-Retorten-Disneylands gelang man im Schatten von drei  Cruise-Linern in die wesentlich interessantere Innenstadt

Ein Teil setzt über und genießt nach einer kurzen Taxifahrt das erste „Carribean“ am Strand der Frigate Bay. Ein anderer Teil sitzt in guter Stimmung bei Gesang, „Quetsche“ und Bier auf dem Vordeck: „ in einer Sternennacht im Hafen…“.
Bis spät in die Nacht wurde der Shuttle-Service mit der Geeste aufrechterhalten und alle Sailors kamen unbeschadet  die  Jakobsleiter wieder an Deck und wurden persönlich von Kapitän Rainer an Bord begrüßt.

9. Februar 2017, Wetter wie gehabt, also warm und sonnig.
Nach einer ruhigen Nacht vor Anker wurden keine Kosten und Mühen gescheut, so dass es am Morgen für die Besatzung frische heimische Brötchen zum Frühstück gab. Nachdem am gestrigen Abend mit Hochdruck an der Reparatur des Bereitschaftsbootes gearbeitet wurde, ist es nun möglich, mit beiden Booten an Land zu tendern. Ein Teil nimmt an einer Rundfahrt mit dem „Sugartrain“ auf den alten Schienen der Zuckerrohrbahn am Mount Liamuiga teil.
Die Besatzung verbringt den Tag auf unterschiedlichste Weise. Und kommt in Urlaubsstimmung an Bord und nutzt gern die in Betrieb genommene Decksdusche, so wie den Deckspool.
7x kurz 1x lang: Der angekündigte Generalalarm wurde zur Vollständigkeitskontrolle nach dem Landgang genutzt. Alle Mann und Frau wieder an Bord! Alle eilten sofort an Deck und eine Trainee, direkt aus der Dusche nur im Badehandtuch kommend, wurde mit einem Szenen-Applaus begrüßt.

10. Februar
Mit der Übergabe zur Hundewache wurde das Kommando für eine weitere Halse gegeben, um mit einem günstigeren Kurs vorbei an den Inseln St. Kitts und St. Eustazia unter Segeln durchzurutschen. Für alle, die unseren Kurs über AIS verfolgt haben, sah unsere Kurslinie deshalb so aus wie ein aufgezogener Zollstock. Nach umfangreichem Segeltrimm lief das Schiff bei 170° wie auf Schienen durch die Nacht. In den wenigen freien Minuten konnten die Wachgänger den karibischen Vollmond und das Kreuz des Südens genießen, die uns inzwischen wie alte Bekannte begleiten. Was wünscht man sich mehr?
Nach erfolgtem Wachwechsel vermittelte der Stamm der 4-8 erneut Segeltheorie. Kurz vor dem Frühstück konnte eine erneute Halse gefahren werden. Ab 11:00 Uhr duftete es wieder verführerisch aus der Kombüse. Womit wollen uns Udo und Claudia heute erfreuen?  Es gab kein Fleisch, denn auf unserer grünen Lady war Veggy-Lunch!  Zwischenzeitlich hatte der Wind in Böen aufgefrischt , so dass die köstlich überbackenen Gemüse-Burger bei „ordentlich Lage“ in der Messe genossen wurden.

Wecken zur 0-4 Wache mit Wetteransage 30°C. An Deck  wurde sich zum Wachwechsel  bereits entschuldigt, da kurzfristig nur 24°C, Wind und Nieselregen eine Erinnerung an norddeutsche Sommer wachriefen.  Für die aufziehende Wache ein willkommene Abwechslung, bevor das Zentralgestirn wieder auf die salzwassergegerbten Pelze brannte.

„Feuer im Schiff – Zur Übung“:  Während des Suppenkomas übte der Stamm die Feuerschutz-Rolle und übte sich am C-Hohl-Strahlrohr.  Zwischen den Inseln schlief der Wind dann ein, sodass Jager, Unterbesan, Groß-Untermars, Fock und Innenklüver geborgen wurden. Das nahm der Wind sogleich zum Anlass wieder aufzufrischen, allerdings für unseren Kurs aus der falschen Richtung, sodass das Schiff der 4-8 unter Maschine übergeben wurde. Eine gute Gelegenheit für eine Maschinenführung „unter vollem Dampf“ .

Neuer Kurs: St. Barth. ETA: 11. Februar 2017, 08:00 Uhr Ortszeit.

Kapitän Rainer,
Leichti Kristine, Trainee Jan und die Crew