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TÖRN 102.17 – Position 28.01.2017

Tagesbericht  28.01.2017

Törn 102.17  Sal/Kap Verden – Marigot/Saint Martin
Position 08:00 hrs                 18°40‘ N   52°11’W
Tagesleistung: 98 Nautische Seemeilen (SM) Ost-Nord-Ostwind Stärke 4 sonnig,  See leicht bewegt

Liebe Freunde der ALEXANDER von HUMBOLDT II,

  1. Januar

Wie gestern war auch heute wieder ein guter Tag für alle Sonnenbader.
Wieder wurde das Deck zur Mittagszeit langsam leerer und damit alle Schattenplätze an Bord beliebter. Auch heute waren auf Grund des schwachen Winds keine großen Veränderungen an den Segeln vorzunehmen. Daher wurden einige kleinere Reparaturen am Schiff erledigt dazu gehörte das Abschleifen der Duchten und Ruder in den Bereitschaftsbooten, genauso wie Arbeiten im Rigg.

Gegen 14:30h kam ein Kreuzfahrtschiff achtern an Steuerbord auf. Der riesen Koloss befand sich zu diesem Zeitpunkt noch knapp 20 Seemeilen von uns entfernt und die Alex-2 zog weiterhin ihre Bahn auf dem Ozean. Die Steuerleute im hatten schon lange zuvor das Schiff auf dem Radar mit den Details identifiziert. Später meldete auch der Ausguck die Annäherung.
Zwischenzeitlich hatte die Brücke mit dem Schiff direkten Kontakt aufgenommen und der Bitte entsprochen, doch etwas näher an der Alex-2 vorbeizufahren um ihren Passagieren diesen Anblick zu präsentieren. Wann sieht man schon mal ein Treffen zwischen Tradition und Luxus? Kapitän Stefan Lange gab seine Einwilligung der Passage in Abstand einer halben Seemeile. Aus den Daten des AIS wurde deutlich, dass es sich um die „Ventura“ der Reederei P & O Cruises. Ein über 300 m langes Passagierschiff welches auf dem Weg nach Barbados war. Dies alles ist noch nicht ungewöhnlich, besonders wurde es erst als besagtes Schiff, etwa eine Stunde später, mit einer halben Seemeile Abstand, mitten auf dem Atlantik an uns vorbei flanierte. Beide Schiffe grüßten sich mit dem traditionellen
„3 Mal lang“ Signal, dem dann noch einmal kurz folgte.

Jenes Ereignis lenkte die nebenbei laufende Ausbildung der (Viel) Leichtmatrosen für einige Minuten ab. Diese waren am Nachmittag damit beschäftigt gewesen die Fock zu „packen“. Nach dem sie am Morgen von Julia über das sogenannte deutsche Rigg, mit welchem auch die  Alex-2 getakelt ist aufgeklärt wurden, enterten sie wenig später auf, um das Segelpacken zu üben. Sehr ordentlich wurde dann,  angeleitet von den beiden Toppsmatrosen Jan und Felix, das Segel in Buchten gelegt. Während die 16 Leichtmatrosen-Anwärter in ihren Fußpferden standen und versuchten die 112 Quadratmeter große Fock zu bändigen, wurden sie von unten aus interessiert beobachtet und fotografiert. Oben beschriebenes Schiff namens „Ventura“ jedoch lenkte den Fokus dann auf sich und wurde damit zum viel gewählten Fotomotiv.

Das nächste Ereignis folgte sogleich: die Decksdusche wurde in Betrieb genommen. Die „Decksdu-sche“ ist ein an den Wanten befestigtes C Rohr, welches das Mitteldeck im wahrsten Sinne des Wortes zum liebevoll genannten „Versaufloch“ macht. Von allen gut angenommen, wurde bei Musik und Sonnenschein eine „Open Air Duschparty mit Bademodenschau“ veranstaltet.
Noch mehr Musik aber weniger Party gab es am Abend. Passend zum Sonnenuntergang spielte Max ein paar Lieder auf dem Schifferklavier und sorgte damit für eine gute Stimmung .

In der Nacht kam wieder mehr Wind auf und die Segel wurden entsprechen gesetzt, sodass wir zeitweise 7 Knoten Fahrt gemacht haben im Vergleich zu letzter Nacht war das eine rasante Steigerung. Leider war diese Spitzengeschwindigkeit nur vereinzelten Böen zu verdanken. Die See wurde unruhiger und sogar einige Regentropfen kamen vom Himmel.

Der nächste Morgen begann wieder mit viel Sonnenschein und versprach ein ähnlich warmer Tag zu werden wie die vorherigen allerdings mit mehr Wind.
Also Topp Segelsetter. Alle an Bord sind in guter bis sehr guter Segellaune. Weiter so!

Liebe Leser, Sie sehen, alles geht seinen gewohnten Gang, aber kein Tag ist wie der andere. Es gibt jeden Tag neue Erlebnisse von den ich jetzt in den letzten zwei Tagen berichtet habe, während sich das Green Team in der Sonne aalte. Das ist unfair und darum dürfen die morgen wieder ran.

Kapitän Stefan, Jürgen, Lara und  die gesamte Crew